Zur Bärenhöhle

Am Ith-Hotel parken und zu Fuß Richtung Segelfluggelände. Hinter dem Sportplatz rechts in den Schotterweg einbiegen und in der nächsten Rechtskurve hinter den beiden Eichen gleich links auf verstecktem Fußweg in den Wald. Der Weg wird schnell breiter, ist aber teils matschig. Er trägt die Kennzeichnung NXR, ist also Teil des Fernwanderwegs Niederlande-Harz und des Roswitha-Wegs Gandersheim - Nienburg. Nach etwa 15 Minuten hinter einer Haarnadelkurve direkt am Weg links hinter einem Haufen von Felsblöcken der Eingang zur Bärenhöhle. Nach 400 Metern in einer Rechtskurve auf einem zugewachsenen Weg nach links aufsteigen. Ansonsten verliert man zu viel Höhe. Oberhalb der Klippen parallel zu diesen in südlicher Richtung bis zu einem Tälchen, das links zum Segelfluggelände führt. Von hier zum Auto zurück oder weiter zur Rothsteinhöhle.

 Kennzeichnung auf dem Weg zur Bärenhöhle

Zur Rothesteinhöhle

Hinter den Hallen der Segelflieger rechts in das Tälchen, auf dem Fußweg immer links halten. An den Bäumen sehr kleine Hinweisschilder "Rothesteinhöhle". Auf Höhe der Klippen eine Kennzeichnung "Niederlande - Harz - Weg E11". Dort nach links abbiegen und etwas unterhalb der Klippen weiter auf ausgetretenen Fußpfaden und über Felsblöcke. Auf einer Buche ein aufgemalter Hinweis "Höhleneingang"; dieser etwa 20 m höher in den Klippen. Ist man an diesen bereits vorbei und gelangt an eine nur noch hängige Stelle, ist man bereits zu weit. Hier nach dem Höhlenbesuch eine gute Stelle, um auf den Weg oberhalb der Klippen zu gelangen, der nach den Segelflughallen zurückführt. Alternativ den oberen Klippenweg 10 Minuten rechts gehen bis zu einem Einschnitt, dort links hinauf zu den Ithwiesen (sehr malerisch) und wieder links zurück zum Segelfluggelände. Geht man direkt unterhalb der Klippen (sehr beschwerlich), findet man hinter einem Felsdach den Anstieg zum Höhleneingang (Markierung mit gelbem "X"). Vor dem Felsdach Möglichkeit des Aufstiegs zum oberen Klippenweg.
Die früher als Holzener Höhle bezeichnete Rothesteinhöhle wurde erstmals 1883 durch Alfred Wollemann wissenschaftlich untersucht. Den Anlass dazu gab eine Kiste mit Fundstücken, die der Eschershäuser Postverwalter Vahldieck dem Verein für Geschichte und Altertumskunde in Wolfenbüttel schickte. Wollemann grub mit zwei Arbeitern eine Woche lang die Höhle von vorn bis hinten auf und stieß dabei auf eine Kulturschicht mit vier Herdstellen, an denen sich Tonscherben und Knochenreste häuften. Seine Funde von zerschlagenen und angebrannten Röhrenknochen interpretierte er in einem Aufsatz für die Berliner Anthropologische Gesellschaft als Überreste kannibalischer Mahlzeiten. Die Grabungsdauer war aus heutiger Sicht viel zu kurz, und so wundert es nicht dass in den folgenden Jahrzehnten vornehmlich von Laien immer neue Funde in der Höhle gemacht wurden. Der Schüler und spätere Archäologe Friedrich Wilhelm von Hase legte um 1950 sogar einen bis dahin verborgenen Gang frei, in dem er eine Opferplatte mit bronzezeitlichen Gegenständen fand. In deren Nähe fand er außerdem ein Schädelfragment, das als das eines Kindes bestimmt wurde und den Gerüchten um Menschenopfer in der Höhle neue Nahrung gab. 1988 stellte man allerdings fest dass es tatsächlich vom Schädel eines ungeborenen Rinder- oder Rothirschkalbs stammt. Wenn auch der Beweis aussteht, dass in der Höhle je Menschenopfer statt gefunden haben, so ist sie doch sicher von Privilegierten zu kultischen Zwecken aufgesucht worden, wie viele andere Höhlen an exponierten Plätzen im Umland. Wenn der Hochwald laubfrei ist, kann man nachempfinden, wie vom Höhleneingang aus einmal der Blick weit ins Land reichte.
Zum Schutz der überwinternden Fledermäuse sind die Bärenhöhle und die Rothesteinhöhle vom 15. Oktober bis 15. April jeden Jahres verschlossen. Informationen dazu erteilt das
Niedersächsische Landesamt für Ökologie in Hildesheim, Dezernat Tierartenschutz.

Quelle: Kulthöhlen und Menschenopfer im Harz, Ith und Kyffhäuser / Stefan Flindt und Christian Leiber. Mit Beitr. von Tobias Schultes .... - Holzminden : Mitzkat, 1998 Schriftenreihe: Archäologische Schriften des Landkreises Osterode am Harz ; Bd. 2 ISBN: 3-931656-15-2

(martin.gorissen@web.de)

Hinter ein paar Felsblöcken der Eingang zur Bärenhöhle. Hier kommt man nur am Seil hinunter.
Der Eingang zur Rothesteinhöhle liegt etwa 20 m oberhalb des Weges, ist aber durch die großen Schilder von weitem sichtbar.

Diese Kennzeichnung ist etwas versteckt unterhalb des
 Eingangs zur Rothesteinhöhle angebracht.
Diese Miniaturschilder kennzeichnen den Weg vom Segelfluggelände zur Rothesteinhöhle.

Der Eingang zur Rothesteinhöhle, im Winter aus Naturschutzgründen verschlossen.